Robin Dürr

Topic of your doctoral project Lokale Eliten in den Rhein- und Donauprovinzen des römischen Reiches - Eine Studie zum sozialen Wandel der ländlichen Bevölkerung zwischen Antike und Frühmittelalter entlang der Nord-West-Grenze des Imperium Romanum.
Abstract Das Dissertationsvorhaben Lokale Eliten in den Rhein- und Donauprovinzen des römischen Reiches - Eine Studie zum sozialen Wandel der ländlichen Bevölkerung zwischen Antike und Frühmittelalter entlang der Nord-West-Grenzen des Imperium Romanum" geht von der Hypothese aus, dass die im ländlichen Raum der Grenzprovinzen am Übergang von der Kaiserzeit zur Spätantike fassbaren Eliten, nicht nur Kontinuitätsträger waren, sondern dass ihre neuen Bestattungssitten (Körpergräber) den Ausgangspunkt des frühmittelalterlichen Reihengräberphänomens darstellen. Ausgangspunkt für diese Überlegung ist die Bearbeitung des 2013 freigelegten Gräberfeld von Unterloisdorf (Burgenland/Österreich), welches 30 Brand- und Köperbestattungen umfasst, und aufgrund der geborgenen Beigaben in das 3.5. Jhd. datiert wird. Bereits bei einer ersten Fundaufnahme im Frühjahr 2014 zeigte sich ein signifikanter Unterschied zwischen den kaiserzeitlichen und den spätantiken Gräbern. Scheinen erstere noch deutlich in provinzialrömischer Tradition zu stehen, bestechen letztere vor allem durch ihre reichen, zum Teil stark symbolisch aufgeladenen Beigabenpraktiken. Durch die systematische Aufnahme und Auswertung weiterer kleiner Gräberfelder im Umfeld ländlicher Siedlungen entlang des Rheins und der Donau soll nun geklärt werden, ob dies Ausdruck eines singulären lokalen oder eines tiefgreifenden überregionalen Prozesses namentlich eines sozialen und gesellschaftlichen Wandels ist. Bereits vor Beginn des Dissertationsvorhabens wurde das gesamte, sich im Landesmuseum Eisenstadt befindliche Fundmaterial aus Unterloisdorf gesichtet und fotografisch dokumentiert. Während das Fundmaterial bis Ende 2016 restauriert wird, kann die vorliegende Grabungsdokumentation ausgewertet, aufbereitet und zusammengefasst werden. In der Folge sollen bereits publizierte Gräberfelder des Arbeitsgebietes systematisch und katalogartig aufgenommen und so eine vergleichbare Datenbank erstellt werden. In einem dritten Schritt ist geplant, eventuell bestehende Asymmetrien im Forschungsstand durch die ergänzende Aufarbeitung kleinerer unpublizierter Gräberfelder aus Österreich, Deutschland, Frankreich, den Niederlande oder der Schweiz auszugleichen. Mittels der so geschaffenen Datenbasis, soll für die fassbaren Objekte, aufgrund von Häufigkeit, Material, Verfügbarkeit und Symbolcharakter ein Wertigkeitssystem erstellt werden. Durch die Konfrontation des historisch bekannten Rahmens mit den so erarbeiteten archäologischen Fakten, soll es ermöglicht werden, die quantitative und qualitative Steigerung der Beigaben von der Antike zum Frühmittelalter zu erklären, sowie die sich darin bisher nur schemenhaft abzeichnenden, gesellschaftlichen und sozialen Differenzierungen nachzuvollziehen.
Subject area Prähistorische Archäologie
Advisors apl. Prof. Dr. Felix Teichner
Institute Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie
Biegenstraße.11
35039 Marburg
E-mail robin.duerr@yahoo.de
Homepage https://uni-marburg.academia.edu/RobinDürr
Publications R. Dürr, Frühmittelalterliche Besiedlung im Gewann „Auf die alte Sandgrube“, Linkenheim- Hochstetten bei Karlsruhe. Arch. Nachr. Baden 85, 2012, 34 - 39.

R. Dürr/F.Teichner, Die Reichsburg CALSMVND bei Wetzlar, Lahn-Dill Kreis. Aktuelle Burgenforschung am Vorgeschichtlichen Seminar der Philipps-Universität Marburg. Hessen Archäologie 2014, 2015, 160 - 164.

R. Dürr, Ein ärmlicher Anblick? - Die römische und frühmittelalterliche Siedlung von Linkenheim-Hochstetten, Lkr. Karlsruhe. Fundber. Baden-Württemberg 35, 2015, 389-458.