Philipp Kreisig

Topic of your doctoral project Giovanni Alberto Ristori und die höfische Oper in Dresden, Wien und München in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts
Keywords Oper, Hofkultur, Interhöfische Kommunikation, Dynastien im Kontext, Dresden/Wien/München
Abstract Im Zentrum des Dissertationsvorhabens stehen die italienischen Opern Giovanni Alberto Ristoris (ca. 1692-1753), der als Kirchenkomponist und Vizekapellmeister seit 1717 in den Diensten der beiden Kurfürst-Könige von Sachsen und Polen (König August II. und III.) stand. In der neueren Hofkulturforschung wird die italienische Hofoper des 18. Jahrhunderts als Vermittler dynastischen Denkens angesehen. Diesen interdisziplinären Zugang wendet die geplante Arbeit am Beispiel Ristoris auf die dynastische Kommunikation der Häuser Wettin (Dresden), Habsburg (Wien) und Wittelsbach (München) an. Ausgehend von den zwei Leitthesen, dass Ristoris Opern in ihrer Faktur mit der künstlerischen Entwicklung des sächsisch-polnischen Hofes korrespondierten und die Hofoper als Medium dynastischer Positionierungen fungierte, ist es Ziel, Ristoris kompositorisches Profil nachzuzeichnen und seine Opern im Kontext dynastischer Repräsentation zu verorten.
Subject area Musikwissenschaft
Advisors Dr. Panja Mücke, Philipps-Universität Marburg / Universität Wien
E-mail philli-kreisig@t-online.de
Biography 2005 Abitur in Görlitz; 2005-2008 Studium des Bachelorstudiengangs "Musikwissenschaft" an der Technischen Universität Dresden; dort 2008-2009 Studium des Masterstudiengangs "Erschließung älterer Musik"; seit 03/2010 Doktorand am Fachbereich 09 (Musikwissenschaftliches Institut) der Philipps-Universität Marburg; seit 06/2010 Promotionsstipendiat der Philipps-Universität Marburg

Publications Aufsätze:

"Neapel - Wien - Dresden. Die Commedia per musica als höfische Oper", in: Die Musikforschung 64 (2011), S. 245-258.

"Londoner Opernunternehmen und Dresdner Hofoper: Händels Sängerinszenierung im Vergleich", in: Händel-Jahrbuch 58 (2012), S. 241-256.

"Hochzeitsopern zwischen Staatsakt und Konkurrenzsituation: Händels 'Atalanta' und Porporas 'La festa d'Imeneo' von 1736 für den Prince of Wales und Kurprinzen von Hannover", in: Händel-Jahrbuch 61 (2015), S. 203-226.

Lexikon-Artikel:

"Vintz, Georg", in: MGG², Supplementbd., Kassel u.a. 2008, Sp. 1039f.

"Arie", "Ensemble", "Galuppi, Baldassare", "Largo", "Middlesex Opera", "Opera of the Nobility", "Rinaldo", in: Das Händel-Lexikon, hrsg. Hans Joachim Marx in Verbindung mit Manuel Gervink und Steffen Voss, Laaber 2011 (= Das Händel-Handbuch 6).

kleinere Beiträge (Auswahl):

"'Die Rolle eines Helden kleidete ihn besser' - Francesco Bernardi, genannt Senesino", in: Semper! Oper, Konzert, Ballett. Magazin der Sächsischen Staatsoper Dresden, Oktober/November (2008), S. 52-55.

"Faustina Bordoni und die 'Ära Hasse'", in: Semper! Oper, Konzert, Ballett. Magazin der Sächsischen Staatsoper Dresden, Dezember/Januar/Februar (2008/09), S. 94-97.

"Domenico Annibali. Mitglied des auserwählten Kreises der 'virtuosi di S. M. il Re di Polonia, Elettore di Sassonia'", in: Semper! Oper, Konzert, Ballett. Magazin der Sächsischen Staatsoper Dresden, März/April (2009), S. 66-69.

"Komponierte Diplomatie? Händels 'Alessandro' für die Sängertrias Bernardi, Bordoni und Cuzzoni", in: Mitteilungen des Freundes- und Förderkreises des Händel-Hauses zu Halle e. V. 1 (2011), S. 44-51.

Other activities Wissenschaftliche Vorträge:

"Neapel - Wien - Dresden: Die Commedia per musica als höfische Oper", zu: Mobilität und musikalischer Wandel: Musik und Musikforschung im internationalen Kontext. Internationale Tagung der Gesellschaft für Musikforschung, Rom 2010.

"Dresdner Hofoper und Londoner Opernunternehmen. Händels Sängerinszenierung im Vergleich", zu: Händel und Dresden. Italienische Musik als europäisches Kulturphänomen, Internationale wissenschaftliche Konferenz zu den Händel-Festspielen 2011, Halle (Saale) 2011.

"Komponierte Diplomatie? Georg Friedrich Händels 'Alessandro' für das 'Sängertriumvirat' Bernardi, Bordoni und Cuzzoni", im Rahmen der Vortragsreihe "Musik hinterfragt" des Händel-Hauses Halle, Halle (Saale) 2011.

"Starsängertrias als Londoner Spezifikum: Händels 'Alessandro' und Porporas 'Il Polifemo'", zu: Händels 'Alessandro' - eine Oper für 'Rival Queens', Symposium der 27. Internationalen Händel-Akademie Karlsruhe 2012, Karlsruhe 2012.

"Hochzeitsopern zwischen Staatsakt und Konkurrenzsituation: Händels 'Atalanta' und Porporas 'La festa d'Imeneo' von 1736 für den Prince of Wales und Kurprinzen von Hannover", zu: Händel und die Musikgeschichte des Hauses Hannover, Internationale wissenschaftliche Konferenz zu den Händel-Festspielen 2014, Halle (Saale) 2014.

"'Orlando furioso' (Venedig 1714) von Vivaldi und Ristori: Bearbeitung oder kollektive Neukomposition?", zu: Werkstatt und Label: Kompositorische Produktionsprozesse in der Frühen Neuzeit, Internationales Symposium, Marburg 2014.

"Jenseits des Gattungsdenkens: Musikdramatische Werke und Herrschaft im Alten Reich" (gem. mit Sebastian Biesold), zu: Musikwissenschaft: Die Teildisziplinen im Dialog, Hauptsymposion: Macht - Wissen - Widerstand: Musik als Ideologem, Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung, Halle (Saale) 2015.