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Anna-Lena Römer Anna-Lena Römer
Arbeitstitel Zwischen Ethnizität, nationaler Identität und Europäisierung. Untersuchungen zu Identitätsbildungsprozessen am Beispiel von Lettland.
Schlagwörter Identität; Osteuropa; Lettland; Volkslieder; Nation
Projektskizze Im Promotionsprojekt werden transdisziplinär ethnologische Konzepte zu nationaler bzw. ethnischer Identität und sozialgeographische Regionalisierungkonzepte angesichts zunehmender Internationalisierung, Globalisierung und Europäisierung am Beispiel von Lettland untersucht. Seit der Unabhängigkeit von 1991 sind in Lettland unterschiedliche, z. T. widersprüchliche Tendenzen zu erkennen, die sich in einem Spannungsfeld zwischen der Ebene der offiziellen Politik auf der einen und dem alltäglichen, individuell-privaten Bereich auf der anderen Seite konkretisieren. Einerseits wird die Anbindung Lettlands an internationale westliche Bündnisse (v. a. EU und NATO) als Heimkehr nach Europa gefeiert. Der offizielle Diskurs lettischer Intellektueller und Regierungsvertreter propagiert einen friedlichen und weltoffenen Nationalismus und interpretiert die Multinationalität des Landes als Chance für internationalen und interkulturellen Austausch . Dagegen begünstigt die heterogene Bevölkerungszusammensetzung des Landes (von ca. 2 Mio. Einwohnern sind lediglich ca. 60% ethnische Letten, dagegen ca. 30% Russen und ca. 10% andere Minderheiten gegenwärtig auch immer wieder ethnisch-nationalistische Einstellungen und Ausgrenzungsszenarien. Insbesondere für junge Menschen (bis ca. 30 Jahre) in Lettland ist die aktuelle gesellschaftliche und politische Situation des Landes vielfach mit einem Spagat zwischen Traditionen (v. a. die lettische Volkslied- und -tanzkultur) und durch die Globalisierung hervorgerufenen neuen Orientierungen verbunden. Gerade in Lettland, das sich seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion in einer Singenden Revolution auf friedlichem Wege erlangte und seine nationale Einheit mehr als die meisten der neuen EU-Mitglieder im östlichen Europa (auch Litauen und Estland) auf der Grundlage traditioneller Werte begründet, hat dieser wahrgenommene Widerspruch einen starken Einfluss auf die Identitätsbildungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Anhand einer qualitativen Erhebung wird daher die Situation dieser Bevölkerungsgruppe und deren Positionen im Hinblick auf die beschriebenen Konflikte erforscht. Das Erkenntnisinteresse liegt auf einer Beurteilung aktueller persönlicher Identitätsbildungen in einem immer stärker zusammenwachsenden Europa.

Fach Europäische Ethnologie
Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie
Betreuer Prof. Dr. Harm-Peer Zimmermann, Marburg

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Kurzbiographie 08-10/2010: Feldforschung in Lettland

08-10/2010: DAAD-Kurzstipendium zur Durchführung einer Feldforschung

SoSe 2010: Lehrauftrag am Institut für Ethnologie/Kulturwissenschaft zum Thema "Zwischen 'Ost' und 'West'  postsozialistische Identitäten nach 1989"

seit 10/2008: Stipendiatin der Philipps-Universität Marburg

07-09/2008: Feldforschung in Lettland

05-09/2008: Stipendiatin des DFG-Graduiertenkollegs 619 "Kontaktzone Mare Balticum: Fremdheit und Integration im Ostseeraum" an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Fachgebiet: Baltistik)

SoSe 2008: Lehrauftrag am IVK Marburg zum Thema "Angriff! Konzeption, Umsetzung und Ausgestaltung einer ethnologischen Ausstellung"

11/2007-05/2008: Wissenschaftliche Hilfskraft in der Völkerkundlichen Sammlung der Philipps-Universität Marburg

10/2003- 07/2004: ERASMUS an der Université Marc Bloch in Straßburg

10/2001-05/2007: Studium der Vökerkunde (Hf.), Friedens- und Konfliktforschung und Romanistik (Französisch) in Marburg (Magisterarbeit zum Thema "Reflexionen zu Gesprächen über nationale und ethnische Identitäten anhand von Kalevala und Dainas in Karelien und Lettland")

Zuletzt aktualisiert: 05.05.2009

 
 
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