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Düzel Deniz
Arbeitstitel Resilienz bei allochthonen Jugendlichen in der BRD unter besonderer Berücksichtigung ihrer geschlechtsspezifischen Ausprägungen. Eine empirische Studie am Beispiel der Grounded Theory.
Schlagwörter Resilienz; Allochthone Jugendliche ; Bildungserfolg; Zweite und Dritte Generation ; Migrationshintergrund
Projektskizze Die Bearbeitung des Forschungsvorhabens im Rahmen einer qualitativen Studie und mithilfe der Grounded Theory soll zu einem bereichsbezogenen Theorieentwurf in der (Interkulturellen) Erziehungswissenschaft generiert werden. Es sollen in einer qualitativen Befragung anteilig AbsolventInnen von Bildungseinrichtungen befragt werden, die in der zweiten Generation in Deutschland leben. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht daher die Frage: Welche Stärken und Kompetenzen haben den jungen Menschen geholfen, die Risikolage Migration so wenden zu können, dass sie das Bildungssystem erfolgreich durchlaufen haben? Die angestrebte Promotionsarbeit fragt deshalb zuvorderst auch nach den interdisziplinären Schnittstellen zwischen den Erkenntnissen aus der Jugend- und Migrationsforschung und den verschiedenen Forschungsansätzen aus der Resilienzforschung, obgleich bzw. gerade weil man eigentlich über das letztere Forschungsfeld noch zu wenig zu wissen scheint. Die meisten Forscher gehen in diesem Zusammenhang häufig von einer Wechselwirkung zwischen individuellen Möglichkeiten und sozialen Angeboten aus. Ruhiges Temperament und eine höhere Intelligenz scheinen resilientes Verhalten demnach zu begünstigen. Sicher ist, dass vor allem die Zugehörigkeit zu einem größeren Verbund von Menschen, der über die Familie hinausgeht, für die Herausbildung von Resilienz wichtig ist. Man sollte eingebettet sein. Resiliente Kinder haben sehr viel mehr Unterstützung von religiösen Gemeinschaften, von Nachbarn, Freunden, Lehrern und Verwandten, wie zum Beispiel Großmüttern, erhalten. Die Familie kann, aber muss dabei keinen hohen Stellenwert haben. Resiliente Kinder und Jugendliche kann man mit einem Boxer vergleichen, der im Ring zu Boden geht, ausgezählt wird, aufsteht und danach seine Taktik grundlegend ändert (resilience = englisch: Elastizität, Spannkraft). Dabei steht auch der häufig verwendete, aber selten definierte Begriff allochthon im Gegensatz zu autochthon (alteingesessen) und umschreibt verschiedene Aspekte von Menschen, die nicht den ,Alteingesessenen der Mehrheitsgesellschaft zugerechnet werden. Nach Bukow unterscheiden sich allochthone Jugendliche von autochthonen insbesondere darin, dass bei ihren gesellschaftlichen Positionierungsprozessen Überpointierungen stattfinden, die für viele von ihnen marginalisierende Konsequenzen hätten: Der Begriff eröffnet die Perspektive auf das individuell unterschiedliche Gelingen von Identitätsbildung und Integration. Er weist darauf hin, dass allochthone Jugendliche bei ihren Positionierungsprozessen unter den besonderen Herausforderungen und Risiken entweder herausragende Leistungen (der Anpassung, des Aushandelns, des Bildungserfolgs) gelangen, oder, bei Misserfolg, dauerhaft marginalisiert werden können (s. Bukow 1999, S.30). In Bezug auf eine mögliche Integrationspolitik für die hier benannte pädagogische Zielgruppe lassen sich zusammenfassend folgende Punkte anführen: Zum einen kann etwa aus Forschungsergebnissen zur Situation von jungen MigrantInnen in Frankreich geschlossen werden, dass ein hoher Assimilationsdruck unproduktive Auswirkungen auf den Integrationsprozess haben kann, indem er z.B. Protestreaktionen auslöst, wie wir sie kürzlich durch die Nachrichten verfolgen konnten. Deshalb scheint mir die Akzeptanz der gemischten Identität, die u.a. Badawia und Paul Mecherill betonen, im Zusammenhang mit der Integration von jungen Menschen der zweiten Einwanderergeneration von großer Bedeutung zu sein. Dies setzt voraus, dass diese Form der Identität von der Aufnahmegesellschaft (an)erkannt wird, was sich beispielweise durch die doppelte Staatsbürgerschaft ausdrücken könnte. Schließlich ist meines Erachtens der Wunsch dieser Menschen, in ihrer Andersartigkeit respektiert zu werden, ebenfalls zu berücksichtigen, um zu ihrer Anerkennung und langfristigen Integration beizutragen.

Fach (Interkulturelle) Erziehungswissenschaften
Fachbereich 21 Erziehungswissenschaften
Betreuer Prof. Dr Elisabeth Rohr, Philipps-Uni Marburg
PD Dr. Hartmut Bölts, Philipps-Uni Marburg
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 05.05.2009

 
 
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