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Alexander Müller Dr. Alexander Müller
Arbeitstitel Akteure, Institutionen und Standardumsetzung - Determinanten der Regelbefolgung am Beispiel von SAP R/3-Implementationen in japanischen Automobilzulieferern
Schlagwörter Standards; SAP; Toyota Production System (TPS); Institutioneller Wandel; Neue Institutionenökonomik; Japanische Automobilindustrie
Projektskizze Das Forschungsprojekt befasst sich mit der Fragestellung, wie vorhandene Institutionen und Akteure die Umsetzung von Standards beeinflussen. Im konkreten Fall wird analysiert, wie die Abweichung vom SAP-Standard (und den in der Software SAP enthaltenen Prozessen) in japanischen Automobilzulieferern zu erklären ist, wo gerade in der wissenschaftlichen Literatur das Problem der Abweichung so gut wie überhaupt nicht thematisiert wird.

Der Gang der Untersuchung besteht zunächst in der Erarbeitung eines theoretischen Gerüsts aus dem Stand der Forschung zu Standards und Standardkontext, wobei auf Ansätze der Evolutionsökonomik (Netzeffekte, Externalitäten, Pfadabhängigkeiten) und der neuen Institutionenökonomik (Institutionen, Komplementaritäten, institutioneller Wandel) zurückgegriffen wird .

In diesem Rahmen erfolgt der Bezug der Forschungsfrage auf einen konkreten Anwendungsfall: als Untersuchungsobjekt dient die Transplantation des Standard SAP in das Toyota Produktionssystem der japanischen Automobil-Zuliefererindustrie. Es zeigt sich, dass aufgrund von Komplementaritäten und Interdependenzen zum institutionellen Setting Standards - als eine spezielle Form einer Institution - in einem neuen Umfeld Restriktionen unterworfen sind. Mehr noch als Probleme im Bereich der IT-Akzeptanz (aus sozialwissenschaftlichen Technologie-Akzeptanz-Modellen) sind in Japan informelle Institutionen und eine aus ihnen resultierende Industriearchitektur für Konflikte zwischen SAP und dem Toyota Production System (kanban, JIT, mieru-ka, DRBFM, kaizen, ...) verantwortlich. Dies führt auf der einen Seite zu einer hohen Technologie-Vermeidung mit Folgeproblemen in der gesamten Wertschöpfungskette, als auch partiell zu einer übermäßigen Anpassung der Standardsoftware, die hohe Kosten, mangelnde Integration von Prozessschritten und eine Zementierung von Strukturen zur Folge hat. In der Dissertation werden Problembereiche klassifiziert und kausal erklärt. Im Schlussteil der Arbeit erfolgt eine normative Wertung mit Hinweisen für praktische Anwendung und Lösung.

Methodik / Quellen: Multiple Fallstudien (japanische Automobilzulieferer), Experteninterviews, "Action Research" im Rahmen eigener 2-jähriger Beratungstätigkeit, quantitative Erhebung, Fachliteratur (u.a. japanisch).

Projektförderung seitens MEXT (Ministry of Science & Technology, Japan) und Bosch Corporation (Japan).

Fach Wirtschaftswissenschaften
Fachbereich 02
Betreuer Prof. Dr. Cornelia Storz, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
Prof. Dr. Ulrich Hasenkamp, Philipps-Universität Marburg
Prof. Dr. Chihiro Suematsu, Kyoto University, Graduate School of Economics
Institut Philipps-Univ. Marburg, FB Wirtschaftswissenschaften
Kyoto University, Grad. School of Economics,
E-Mail
Homepage http://eeto.org
Kurzbiographie Jahrgang 1977. Studium der Japanologie und Betriebswirtschaftslehre an der Philipps-Universität Marburg. Stipendiat des Monbukagakusho, DAAD, AIEJ und Lions Club. Forschungsstipendiat an der Graduate School of Economics der Kyoto University bis 2006. Consulting-Tätigkeiten in der Industrie, u.a. für Bosch und DaimlerChrysler.

Forschungsinteressen:

  • Neue Institutionenökonomik (New Institutional Economics)
  • komparative Institutionenanalyse (Comparative Institutional Analysis)
  • IuK-Technologie und Unternehmensorganisation
  • Controlling (unter den Aspekten Anreizsysteme, Psychologie, Spieltheorie)
  • "The Japanese Firm"
  • Toyota Production System (JIT, kanban, etc.)
  • Innovationsökonomik & F&E-Management

Veröffentlichungen Ausgewählte Vorträge:
  • "Standardization and Institutional Complementarities", Vortrag gehalten auf der Konferenz "Institutionelle Grundlagen von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in Ostasien", Akademie Tutzing (Starnberger See), 05. März 2007.
  • Lehrauftrag an der Universität Marburg (Japan-Zentrum) im Wintersemester 2006/07, Fachgebiet Japanische Wirtschaft: "Innovation in Japan - Diskussion auf der Grundlage japanischsprachiger Fachliteratur".
  • "Die Japanische Automobilindustrie: Produktionssysteme, Herausforderungen, Wettbewerbsvorteile", Universität Mannheim, Fachbereich Betriebswirtschaftslehre, 19. Oktober 2006. (Vortrags-Plakat)
  • "Institutions, Actors, and Standard Implementation - An Explanatory Model for Deviations from SAP R/3 in Japanese Automotive Suppliers", VSJF Young Scholars Workshop, Akademie Tutzing, 26.-28. September 2006.
  • "An Introduction to Japanese Economic Policy", Workshop gehalten an der Universität St. Gallen, SCS Japan Konferenz, 16. Juni 2006.
  • "The Japanese Automotive Industry", Vortrag gehalten an der Universität St. Gallen, SCS Japan Konferenz, 15. Juni 2006.
  • "Interactions of Standards and Business Organization : ERP Software in the Japanese Automotive Supplier Industry", gehalten am 31. August 2005 auf der EAJS (European Association for Japanese Studies) Conference Vienna 2005, PhD Workshop (supported by the Japan Foundation and the Toshiba International Foundation).
  • "Corporate Governance in the US, Japan and Germany", Vorlesung gehalten an der Universität Marburg, Februar 2004


Ausgewählte Veröffentlichungen:
  • Müller, A. (2008) Institutionen, Akteure und Standardumsetzung. SAP R/3 in der japanischen Automobilindustrie. Marburg: Metropolis Verlag
  • Müller, A. (2007) Standardization and Institutional Complementarities in Japan - Empirical Results from SAP R/3-Implementations in Japanese Automotive Suppliers, in Duisburg Working Paper on East Asian Studies, 72/2007, 99-112.
  • Müller, A. (2007) Pisten aus Pulverschnee, in Japanmarkt, Februar 2007, 28-29.
  • Müller, A. und Seibert, M. (2006) Mobile Solutions in Japan, in:Japans Zukunftsindustrien. (Eds Moerke, A. & Walke, A.), Berlin: Springer Verlag, 203-225.
  • Müller, A. und Seibert, M. (2006) Zur Zukunftsfähigkeit einer Industrie im Umfeld disruptiver Innovationen, in: Kalden, H. (Ed.) Beiträge kultur- und sozialwissenschaftlicher Japanforschung, Marburg: Tectum Verlag (ISBN: 978-3-8288-9209-5), S. 251-278.
  • Müller, A. (2005) ERP Software and Japans Business Architecture, submitted to HABCIA (Harvard Business Conference in Asia), Tokyo, 25-26 August 2005.
  • Müller, A. (2004) IT-Outsourcing japanischer Unternehmen : die Auslagerung einer spezifischen Unternehmensfunktion aus transaktionskostenökonomischer Sicht, Japan-Zentrum der Philipps-Universität Marburg, 118 S., 16 Abb.
  • Müller, A. (2003) Economics, Economic and Social History, 10th International Conference of the European Association for Japanese Studies, Conference Report, Warsaw 2003.
  • Müller, A. (2001) Food Security under the Aspects of Biotechnology and World Trade, Hakusan Keizai, 40 (01/2001), pp. 29-48.

Zuletzt aktualisiert: 14.02.2006

 
 
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